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To Be Read #12

Ein bisschen unangenehm ist es mir ja schon, wie viele Bücher ungelesen in meinem Regal stehen. Indem ich hier alle paar Wochen zehn neue Werke vorstelle, mache ich ziemlich transparent, dass ich im Schnitt mehr Bücher kaufe, geschenkt oder als Rezensionsexemplare zugeschickt bekomme, als ich monatlich lese. Doch tatsächlich ist das eine meiner größten Freuden: zu wissen, dass noch so viele unerschlossene Welten in greifbarer Nähe auf mich warten und ich für jede Stimmung garantiert das Richtige finde. Es fühlt sich an wie eine eigene literarische Apotheke, die jede Wunde adäquat verarzten kann und wenn mich ein Buch richtig packt, trage ich es überall mit hin und behüte es wie einen Schatz. Diese Reihe fortzuführen macht mir unheimlich viel Spaß, da ich meine ungelesenen Bücher wiederentdecke und mich daran erinnere, warum ich sie zu einem bestimmten Zeitpunkt unbedingt lesen wollte. Vielleicht inspiriert sie euch ja auch.

1. Das größere Wunder von Thomas Glavinic

Von diesem Buch habe ich bisher nur Gutes gehört – allem voran, dass es so ziemlich jede:n abholt. Das größere Wunder erzählt die Geschichte von Jonas, der an einer Expedition zum Gipfel des Mount Everest teilnimmt. Auf dem Weg reflektiert er sein Leben – das grausame Schicksal seines Bruders, seine große Liebe, Reisen in die verschiedensten Länder der Welt. Philosophisch, ruhig und naturgewaltig: So stelle ich mir dieses Buch vor. Ich bin gespannt, was es mit mir macht und ob mich diese Atmosphäre genauso ergreift, wie so viele vor mir.

2. Small Great Things von Jodi Picoult

Diesen Roman möchte ich schon seit vielen Jahren lesen und bin mir ziemlich sicher, dass er mir sehr gefallen wird. Kurz und knapp: Ein Baby stirbt in der Intensivstation und eine der Krankenschwestern wird des Todes beschuldigt. Große Themen in dem Buch sind Rassismus und Vorurteile, die wir Menschen immer wieder an den Tag legen. Von Small Great Things erhoffe ich mir eine ergreifende und berührende Geschichte, die lange nachwirkt.

3. Kiss Kiss von Roald Dahl

Roald Dahl war in meiner Kindheit einer meiner liebsten Autoren und auch seine Autobiografie habe ich sehr gerne gelesen. Trotzdem kenne ich bisher noch keines seiner Bücher für Erwachsene. Kiss Kiss ist eine düstere Kurzgeschichtensammlung und vielleicht ein guter Einstieg in diese andere Facette dieses Autors. Ich bin gespannt auf seine Geschichten, die wohl teilweise auch ins Horror und ins Fantasy Genre wechseln.

4. Super und dir? von Kathrin Weßling

Super und dir? ist eins dieser Bücher, das vor wenigen Jahren gefühlt ständig auf Bookstagram zu sehen war. Es geht um Marlene, die nach außen hin alles zu haben scheint, eines Tages jedoch nicht mehr aus dem Bett kommt. In dem Roman wird unsere Leistungsgesellschaft seziert, etwas, mit dem wir uns alle früher oder später konfrontiert finden und in dem wir uns irgendwie zurechtfinden müssen. Arbeit nimmt unglaublich viel Raum in unserem Leben ein und bisher habe ich kaum etwas gelesen, das sich damit kritisch auseinandersetzt.

5. Miss Peregrime’s Home for Peculiar Children von Ransom Riggs

Ich bin eine absolute Stimmungskäuferin. Als ich letztes Jahr eine Phase hatte, in der mich alles Düstere und Gruselige magisch anzog, griff ich in der Buchhandlung zu diesem Buch. Dabei weiß ich gar nicht viel über die Geschichte und habe mich ganz klar von der Haptik und Optik dieses Buches leiten lassen, das viele glanzvolle Bilder enthält und ein richtiges Leseerlebnis zu sein verspricht. Inhaltlich geht es um ein verlassenes Waisenhaus, in dem paranormale Dinge passieren. Nicht ausgeschlossen, dass der richtige Moment für dieses Buch erst im Herbst oder nächsten Winter kommen wird, sobald mich die richtige Stimmung dafür erneut überkommt.

6. Der Hund von Akiz

Ein aus einem Kellerloch gekrochener Waisenjunge arbeitet sich mit seinem einzigarten Talent in die Küche eines Sternerestaurants. Als „wüst, brutal und sinnlich“ vermarktet der Verlag dieses Buch und ich bin schon sehr neugierig auf diese originelle, rasante Geschichte, die bereits mit dem Klassiker Das Parfum und Filmen von Quentin Tarantino verglichen wurde.

7. Das Evangelium der Aale von Patrik Svensson

Ein ungewöhnliches Buch, über das ich bisher nur Lobeshymnen gehört habe. In diesem Buch geht es, wie es der Titel schon verrät, um Aale. Doch es soll auch viel mehr sein als eine Auseinandersetzung mit einem Tier, über das wir bisher erstaunlich wenig wissen. Patrik Svensson soll es mit diesem Buch gelungen sein, verschiedene Genres zu mischen und ein atemberaubendes und faszinierendes Buch über unsere Natur, aber auch über ihn und uns selbst, zu schreiben. Ich bin dem Autoren einmal kurz vor dem Erscheinungstermin begegnet und als ich ihm sagte, dass sein Buch interessant klänge, schien er ehrlich überrascht. Irgendwie sympathisch. Die vielen begeisterten Stimmen machen mich jedenfalls sehr neugierig.

8. Summer von Monica Sabolo

Als die 19-jährige Summer bei einem Picknick verschwindet, hinterlässt sie ihren Bruder, der auch fünfundzwanzig Jahre später nicht mit der Tragödie um seine Schwester umzugehen weiß. Welche Geheimnisse hatte ihre Familie? Und wie geht man damit um, wenn einen das Verschwinden eines geliebten Menschen nicht loslässt? Ich erhoffe mir einen spannenden und psychologischen Thriller, der mich alles um mich herum vergessen lässt.

9. Anna Karenina von Leo Tolstoy

Ehrlich gesagt habe ich ziemlichen Respekt vor Klassikern. Insbesondere wenn diese so umfangreich sind wie Tolstoys Anna Karenina. Doch nachdem ich so viele überwältigte Meinungen gehört habe, die mehrfach betonten, das Buch sei absolut zugänglich und ergreifend geschrieben, da Tolstoy für die breiten Massen schrieb, war ich irgendwann überzeugt genug und wünschte mir dieses große Werk zu Weihnachten. Und ganz ehrlich, wie schön ist bitte diese Ausgabe?! Da ich den Film mit Keira Knightley vor etwa 8 Jahren im Kino gesehen habe, weiß ich zumindest grob, worum es geht, aber ich bin mir sicher, dass Anna Karenina literarisch noch mal ein ganz eigenes Erlebnis ist.

10. Menschenwerk von Han Kang

Gwangju, Südkorea: Durch den Studierendenaufstand 1980 sterben viele Menschen. Um einige dieser Schicksale geht es in diesem Roman – so zum Beispiel um einen Jungen, der nach der Leiche seines Freundes sucht, oder um eine Mutter, die um ihren Sohn trauert. Durch das kollektive Leid soll die Geschichte einer brutalisierten Gesellschaft entstehen und darstellen, wie weit wir bereit sind zu gehen, um Gerechtigkeit zu erreichen. Klingt ziemlich interessant!

Hier geht’s zum Beitrag To Be Read #11.

*Bei den gekennzeichneten Büchern handelt es sich um Rezensionsexemplare.

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