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„Nähe: Wie wir lieben und begehren“ von Giovanni Frazzetto

„Eine junge Frau legt sich einen imaginären Freund zu – damit sie endlich Ruhe vor ihren besorgten Eltern hat. Ein Theaterschauspieler liebt seine Ehefrau – und geht dennoch fremd. Vater und Tochter verstehen sich nicht, doch ihre Beziehung blüht auf, als sein Tod naht. Acht Geschichten darüber, wie Menschen in unserer Gesellschaft versuchen, einander näherzukommen – und welche Rolle Hormone, Gene und soziale Normen dabei spielen. Was reizt uns an Monogamie, was an Untreue? Wie hält Freundschaft, wie entsteht Intimität? Leichtfüßig verknüpft Giovanni Frazzetto dramatische Erzählung und neueste Erkenntnisse aus Biologie und Hirnforschung und entdeckt so die Liebe auf umfassende Weise neu.“

Liebe fasziniert mich. Besonders interessiert mich daran, wie Menschen lieben, was Liebe eigentlich bedeutet und warum wir manchmal anderen gegenüber die Entscheidungen treffen, die wir treffen. Aus diesen Gründen wusste ich sofort, dass ich dieses Buch von Giovanni Frazzetto gerne lesen würde: Nicht nur der Inhalt klingt spannend – das Buch sieht mit dem schlichten Cover auch ziemlich schön aus.

„Nähe: Wie wir lieben und begehren“ ist in acht Kapitel unterteilt, die alle in Form von Kurzgeschichten geschrieben sind. Jede Kurzgeschichte verbindet Fiktion mit wissenschaftlichen Fakten zu dem bestimmten Überthema. So finden sich hier Themen wie Einsamkeit, Untreue, Trennung von Sex und Liebe, Familie und Veränderung wieder. In jeder Geschichte geht es um eine bestimmte Form der Intimität, wie sie im realen Leben existiert. Sie sind glaubhaft geschrieben und teilweise auch sehr ergreifend, wie zum Beispiel das Kapitel über Vatergefühle. Die ersten Kapitel, die sich auf romantische Beziehungen konzentrierten, regten mich zum Nachdenken an und ich tauschte mich anschließend mit meinem Partner über einige Punkte aus.

Mir persönlich gefiel die Verflechtung von Fiktion mit Wissenschaft sehr gut. Der episodenhafte Aufbau gewährleistete eine abwechslungsreiche Lektüre, auch wenn man sich als Leser auf jede Geschichte neu einlassen muss und mir manche besser gefielen als andere. Nichtsdestotrotz habe ich mich in jede Geschichte schnell eingefunden. „Nähe“ ist kein detailliertes Sachbuch und wer dies erwartet, wird womöglich enttäuscht. Denn es ist nicht überladen mit den neusten Fakten und Studien. Für mich war das aber auch nicht notwendig: Das Buch hat mich ein paar Stunden gut unterhalten und interessante Gedankenanstöße geliefert.

Der Hanser Verlag hat mir netterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung zu dem Buch beeinflusst das natürlich nicht.

Giovanni Frazzetto: Nähe: Wie wir lieben und begehren. Hanser Verlag. ISBN: 978-3446258365. 208 Seiten. 20,00€.

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