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Monatsrückblick März 2022

Im März ist unglaublich viel passiert. Angefangen hat der Monat mit ganz viel Ruhe. Keine Arbeit zu haben hat sich erstaunlich wenig befremdlich angefühlt und stattdessen habe ich viel gelesen, Serien geschaut, Sport getrieben, Freundinnen getroffen, hier und da Bewerbungen verschickt und Gespräche geführt. Und plötzlich ging alles sehr sehr schnell: Ich bin auf die Ausschreibung meines Traumjobs gestoßen, habe mich beworben und, long story short, wenige Tage später saß ich im Flugzeug nach Kopenhagen zur Onboarding-Woche. Ich kann nun perfekt an meinen bisherigen Job, in dem ich Hörbuchproduktionen betreut und koordiniert habe, anknüpfen, indem ich nun Hörbuchproduktionen koordiniere von Manuskripten, die ich eigenständig beurteile und selektiere. Und damit einen ganz neuen Service aufbaue. Das Leben ist so unglaublich unvorhersehbar und nach dieser Achterbahnfahrt der Gefühle geht es mir wieder richtig gut.

Wäre „das Leben“ nicht dazwischengekommen, hätte ich im März sicherlich noch einige Bücher mehr beendet. Einen Großteil des Monats hat für mich Nino Haratischwili geprägt, deren Lesung im Literaturhaus Berlin ein Monatshighlight war und deren grandiosen Roman Das mangelnde Licht ich aktuell lese (und neben dem Vollzeitjob wird es noch eine Weile dauern, bis ich ihn beende). Doch auch die beendeten Bücher davor dürfen sich durchaus blicken lassen. Hier sind sie:

Gelesene Bücher: 4

Hinzugekommene Bücher: 2

Dschinns von Fatma Aydemir

Schon nach den ersten Seiten war mir klar: Das wird ein Jahreshighlight. Dieser Eindruck verstärkte sich im Laufe des Buches nur noch mehr und ich zehre immer noch von diesem Gefühl, den Monat mit einem derart guten Buch eingeläutet zu haben. Dschinns vereint so vieles, das ich an Literatur schätze: den Blick über den eigenen Tellerrand, facettenreiche Charaktere, einen tollen Erzählstil, zwischenmenschliche Beziehungen, die einen teilweise mit dem eigenen Schubladendenken konfrontieren und herausfordern. Ein wahnsinnig kluges, spannendes, eindrucksvolles Buch. Hier geht es zu meiner ausführlichen Rezension.

Monsters von Emerald Fennell

Mit diesem Buch verbindet mich eine längere Geschichte. Es stand schon lange auf meiner Wunschliste, bis irgendwann der Zeitpunkt gekommen war, zu dem ich mir dieses Buch endlich bestellte – nur um festzustellen, dass die schöne Ausgabe mit den zwei Figuren auf dem Cover wohl nicht mehr hergestellt wird und stattdessen eine geliefert wurde, die ich optisch ziemlich hässlich fand. Das Buch ging also zurück, ich bestellte es woanders nochmal – mit demselben Ergebnis (jeweils, obwohl online das ursprüngliche Cover angezeigt wurde). Nachdem ich sogar in Antiquariaten gesucht hatte, entdeckte ich Anfang des Jahres einen „Wunschbuchbörse“-Beitrag auf Instagram, unter dem viele Blogger:innen ihre Buchwünsche kommentierten und sich hier und da jemand fand, der:die das Buch zu verschenken hätte. Ich konnte einer Bloggerin einen Wunsch erfüllen und schrieb, dass ich auf der Suche nach Monsters war. Und tatsächlich! Wenige Stunden später meldete sich Julia bei mir und schenkte mir ihre Ausgabe von Emerald Fennells Roman. Ich mochte den Schreibstil sehr gerne, da er mich irgendwie an Roald Dahl – einen meiner liebsten Autoren aus der Kindheit – erinnerte und auch die Geschichte war unterhaltsam. Cosy crime vom Feinsten. Ein gutes Buch mit skurrilen Charakteren!

Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit von Franziska Schutzbach

Dieses Buch thematisiert einfach alles, was es zu sagen gibt zum Thema weiblicher Erschöpfung, Mental Load, ungerechter Rollenverteilung, Selbstwertgefühl. Eine gute Freundin schenkte es mir zu meinem Jobverlust und es war die perfekte Lektüre, um in mich zu gehen und zu überlegen, welchen Raum ich in der Arbeitswelt und der Welt – insbesondere als weiblich gelesene Person – generell einnehme bzw. einnehmen möchte. Ich habe mir vieles markiert und möchte bestimmte Passagen unbedingt nochmal lesen, um diese wichtigen Thesen, Argumente und Überlegungen noch mehr zu verinnerlichen. Eine große Empfehlung mit Tausend Gedankenanstößen!

Du darfst nicht alles glauben, was du denkst von Kurt Krömer (Hörbuch)

Ehrlicherweise hat mir Kurt Krömer nichts gesagt, bevor ich dieses Hörbuch begonnen habe (meine Kenntnis, was bekannte deutsche Persönlichkeiten betrifft, weist erhebliche Lücken auf). Doch nachdem mein Freund reingehört hatte und davon schwärmte, gab ich mich diesem Memoir hin und bin positiv überrascht. Es war kurzweilig und unterhaltsam, Kurt Krömer zuzuhören, wie er über seine Depression erzählt – trotz dieser schweren Thematik. Es ist so, so wichtig, dieses Thema zu enttabuisieren, offen über mentale Gesundheit (oder dessen Abwesenheit) zu sprechen. Kurt Krömers Buch bietet dafür einen wunderbar zugänglichen Einstieg.


Was habt ihr im März gelesen?

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