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Liv Strömquist: „Der Ursprung der Welt“ und „Ich fühl’s nicht“

Ich bin spät dran. Liv Strömquists Comics sind der absolute Wahnsinn und jeder sollte sie lesen. Das ist sie. Das ist die Rezension.

Nein, mal im Ernst: Nachdem ich die letzten Jahre aus irgendeinem Grund um diese Bücher herumgeschlichen bin, habe ich mir pünktlich zur deutschen Neuerscheinung von Ich fühl’s nicht endlich Liv Strömquists erstes Buch, Der Ursprung der Welt, zugelegt und in einem Rutsch gelesen. Es wäre wohl naheliegend gewesen, gleich im Anschluss die nächsten Bücher in chronologischer Reihenfolge zu lesen, doch dann habe ich mich von den vielen positiven Meinungen zu Ich fühl’s nicht verleiten lassen, und habe das zuerst gekauft (und ebenfalls in einem Rutsch verschlungen). Buch 2 (Der Ursprung der Liebe, 2018) und Buch 3 (I’m every woman, 2019) werden mit Sicherheit auch noch folgen. Doch hier erstmal meine Meinung zu den beiden Bänden, die mir den Alltag in letzter Zeit versüßt – und mir gleichzeitig die Augen geöffnet – haben:

1. Der Ursprung der Welt (2017)

In diesem Buch geht es um die Geschichte der Vulva und ihrer Bedeutung im Laufe der Menschheitsgeschichte. Woher kommt die seltsame Hassliebe zu diesem Körperteil? Liv Strömquist nimmt ihre Leser*innen mit auf eine Reise durch die griechische Antike, die Steinzeit, zeigt auf, wie Sigmund Freud und Kellogg (der von den Cornflakes!) die weibliche Masturbation als Quelle allen Übels deklarierten, macht dabei gelungene Überleitungen zu Dornröschen, hinduistischen Göttinnen und zeitgenössischen Rappern.

Ich liebe diese Comics! Sie treffen die ideale Balance zwischen lustig und informativ. Außerdem hatte ich selten so einen Mitteilungsdrang, wie bei diesem Buch und würde es am liebsten tausendmal verschenken, da selbst die fortgeschrittensten Feminist*innen aus diesem Buch garantiert etwas Neues lernen können. Und wenn nicht, ist es zumindest verdammt gute (und wichtige!) Unterhaltung. Lest es!

2. Ich fühl’s nicht (2020)

In Ich fühl’s nicht geht es um die Liebe. Und es geht darum, warum Leonardo DiCaprio nur mit gleichbleibend jungen, blonden Topmodels Beziehungen eingeht. Was ist Liebe in unserer zu Narzissmus neigenden Konsumgesellschaft? Was hieß es, in Zeiten des Spätkapitalismus verliebt zu sein und warum ist es heutzutage so schwierig, eine passende, ausdauernde Partnerschaft aufrechtzuerhalten? Darum und um vieles mehr geht es in diesem brillanten Comic.

Liv Strömquist schafft es auch hier, spannende Fakten, lustige und verblüffende Anekdoten aus der Weltgeschichte sowie feministische Gedanken auf die unterhaltsamste Art und Weise zu zeichnen. Beide Comics sind zwar ziemlich textlastig, was auf den ersten Blick überrumpelnd wirken kann, doch dadurch sind die Bücher gefüllt mit dem genialsten Inhalt. Ganz große Leseempfehlung, ich freue mich auf alles Weitere von Liv Strömquist!


Habt ihr schon etwas von Liv Strömquist gelesen?

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