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„Lieblingsorte Berlin“ von Bettina Rust

„Wie könnte ein perfekter Tag in Berlin aussehen? Schauen Sie der Stadt doch erstmal auf den Kopf. In der Cafeteria »Skyline« in der 20. Etage der Technischen Universität bietet sich Ihnen ein gigantisches Panorama. Viele halten den Kaffee in der »Giro Coffee Bar«, gleich um die Ecke, für den besten der Stadt. Dazu ein frisches Croissant, perfekt. Gehen Sie von hier aus zum reetgedeckten Teehaus im Englischen Garten. Stellen Sie sich davor und verschicken Sie ein Selfie mit »Herzliche Grüße aus Sylt«. Mittags geht’s ins Antiquariat in der Winterfeldtstraße, ein Panoptikum, in dem Sie auf geheimnisvolle Dingen wie fliegende Kugelfische und Dinosaurierzähne stoßen. Wie gut kennen Sie Moabit? Schauen Sie genau hin, es bewegt sich nämlich gerade so schnell. Für viele Bewohner und Besucher gilt es als das neue Kreuzberg, genauer aber das alte Kreuzberg, 30, 40 Jahre zurück, als das Provisorische in Berlin noch über dem Perfekten stand. Den Sundowner nehmen Sie in der »Hat Bar«, einen Steinwurf vom Bahnhof Zoo entfernt. Hier jammen Musiker aus aller Welt, die Cocktails sind hervorragend und wer will, kommt schnell mit anderen Leuten ins Gespräch.“

Ich möchte nächstes Jahr nach Berlin ziehen. Ob das, was ich mir dort vornehme, tatsächlich klappt, ist noch gar nicht sicher. Trotzdem lassen die Gedanken daran nicht locker, ich fantasiere darüber, wie mein Alltag wohl aussehen wird und daher interessiert mich gerade so ziemlich alles Berlin. Obwohl ich dort geboren bin und die ersten sieben Jahre meines Lebens in der Hauptstadt gewohnt habe, kenne ich die Stadt nicht sonderlich gut. Aus diesem Grund hat das schöne Büchlein „Lieblingsorte Berlin“ von Bettina Rust sofort meine Aufmerksamkeit geweckt.

Wie schon angedeutet, ist das Buch total angenehm in die Hand zu nehmen. Es ist klein und kompakt und doch so reichhaltig an Informationen und tollen Tipps. Die Balance zwischen Text und Bildern finde ich ideal – sie ist perfekt, um sofort einen positiven, visuellen Eindruck zu erhalten und trotzdem ist genug beschrieben. Das Buch ist zwar sehr subjektiv, aber gerade das verleiht ihm eine persönliche Note, die mir sehr gefällt. Bettina Rust schreibt viel über ihre eigenen Erlebnisse, überzeugt aber auch mit interessantem Insider-Wissen.

Um einen Vorgeschmack zu geben, habe ich mir fünf kleine Highlights rausgesucht, auf die ich mich schon besonders freue:

  • Filmrauschpalast: Ein alternatives Kino wie vor 30 Jahren. Drei Filme werden jeden Tag gezeigt und der Eintritt kostet 6 Euro. Ein Open-Air Kino im Sommer gibt es auch.
  • Botanischer Garten: Alles blüht in tausend Farben und es finden immer wieder tolle Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel die tropischen Nächte.
  • The Hat Bar: Eine kleine, gemütliche Bar mit Live-Musik.
  • Literaturhaus Berlin: Natürlich freue ich mich auf das Literaturhaus. Dort finden nämlich Lesungen, Buchpräsentationen, Ausstellungen und Diskussionen statt. Auch frühstücken kann man dort.
  • California Pops: Selbstgemachtes, vollkommen natürliches Eis am Stiel, in allen möglichen Geschmackssorten und auch vegan. Klingt super!

Dieser liebevoll gestaltete Reiseführer von Bettina Rust ist meines Erachtens eine tolle Inspirationsquelle für einen langen oder kurzen Abstecher in die deutsche Hauptstadt und noch dazu ein kleiner Schatz im Bücherregal.

Der Suhrkamp/Insel Verlag hat mir netterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung zu dem Buch beeinflusst das natürlich nicht.

Bettina Rust: Lieblingsorte Berlin. Suhrkamp/Insel Verlag. ISBN: 978-3-458-36364-4. 236 Seiten. 12,00€.

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