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Jahresrückblick 2018 – Die besten Bücher

Hier sind wir nun also: am Ende des Jahres. Ich hatte ein richtig gutes 2018. Bis Ende Mai habe ich im Rahmen meines Studiums in Clermont-Ferrand, Frankreich gewohnt. Es war eine interessante Zeit, die mich vor allem in Sachen Selbstständigkeit einen Schritt weiter brachte – mir aber auch zeigte, was „zu Hause“ wirklich bedeutet.
Anfang des Jahres habe ich auch begonnen, meinen Blog Buch & Wort zu planen, der dann im April online ging. Dieses Projekt begleitet mich nun also seit über acht Monaten und hat mein Leben ein ganzes Stück verändert. Seitdem stehe ich in regem Austausch mit Verlagen, plane meine Beiträge im Voraus, habe den Buchblog-Award gewonnen und diverse tolle Anfragen bekommen. Dieser Strudel an Ideen und Projekten motiviert und inspiriert mich ungemein und ich kann es nicht abwarten, wie es damit weitergeht.

Seit Juni arbeite ich neben meinem Studium in einem Verlag und lerne dort jede Mange spannende Dinge. Ich habe das Gefühl, gerade berufstechnisch habe ich mich dieses Jahr sehr stark weiterentwickelt und ein Stück weit gelernt, was mir wichtig ist für mein zukünftiges Berufsleben. Momentan befinde ich mich im 5. Bachelorsemester und mache mir jedoch erstmal Gedanken über das Ende meines Studiums und vor allem wie es danach weitergeht. Das neue Jahr wird mir diese Frage hoffentlich beantworten. Außerdem stehen jede Menge andere aufregende Vorhaben an: Unternehmungen, Reisen, Abenteuer. Und möglicherweise ein neuer Umzug. (Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass das letzte Mal, dass ich ein komplettes Jahr in einer einzigen Stadt gelebt habe, das Jahr 2014 war.)

Zugleich habe ich dieses Jahr viel mehr gelesen als die letzten Jahre und vor allem bewusster gelesen. Insgesamt waren es 58 Bücher (hier geht es zur gesamten Übersicht). Es ist zwar schwierig, aus so vielen die Besten zu küren, aber letztendlich habe ich mich für 10 Bücher entschieden, die mich in den letzten zwölf Monaten am meisten beeindruckt und absolut umgehauen haben.

„Dunkelgrün fast schwarz“ von Mareike Fallwickl

Dieses Buch wurde in den sozialen Medien extrem gehyped – und zurecht. Ich habe es Anfang des Jahres gelesen und denke immer noch ab und zu an die Geschichte der toxischen Freundschaft zwischen Raffael, Moritz und Johanna. Ein knallharter, wahnsinnig gut geschriebener Beziehungsroman, der einen nicht mehr loslässt. Chapeau, Mareike Fallwickl!

„Dear Ijeawele, or a Feminist Manifesto in Fifteen Suggestions“ von Chimamanda Ngozi Adichie

Kurz, knapp und auf den Punkt beschreibt Chimamanda Ngozi Adichie in diesem Büchlein, das als feministischer Ratgeber für das neugeborene Kind einer Freundin diente, ihre Weltsicht. Ich liebe die Sprache dieser Autorin und die Art und Weise, wie sie so komplexe Gedanken so einfach darstellt und dies mit so einer erfrischenden Selbstverständlichkeit tut. Ein tolles Buch für zwischendurch, das aber wahnsinnig wichtig ist.

„Blauschmuck“ von Katharina Winkler

Diese Geschichte ist sehr brutal. Sie ist zudem außergewöhnlich geschrieben. Es geht um Filiz, die in einem türkischen Dorf aufwächst und ihr Leben lang Gewalt erlebt, bis sie ihr schließlich entkommt. Nach einer wahren Lebensgeschichte erzählt Katharina Winkler auf heftige, messerscharfe und trotzdem beeindruckend poetische Art und Weise, die unter die Haut geht und die Luft abschnürt – nichts für schwache Nerven, aber extrem empfehlenswert. Meine Rezension zu diesem Roman findest du hier.

„Schnell, dein Leben“ von Sylvie Schenk

Ein kurzer Roman über eine junge Französin, die sich in der Nachkriegszeit in einen Deutschen verliebt. Die Geschichte ist in der „Du“-Perspektive geschrieben. Während sie leicht anfängt, wird man als Leser schnell so hineingezogen in die Gefühlswelt der Protagonistin, dass sie einen am Ende äußerst nachdenklich zurücklässt. Ich hatte das Gefühl, innerhalb dieser 160 Seiten tatsächlich ein Leben im Schnelldurchlauf erlebt zu haben. Meine Rezension zu diesem Roman findest du hier.

„Tiny Beautiful Things“ von Cheryl Strayed

Wie wunder-wunderschön dieses Buch doch ist! Es handelt sich um „advice columns“, doch wer meint, so etwas schon oft genug in Zeitschriften gelesen zu haben, kennt dieses Buch noch nicht. Cheryl Strayed antwortet unter ihrem Pseudonym „Sugar“ auf so berührende, lebenskluge Art und Weise auf alle möglichen Probleme von den unterschiedlichsten Menschen, dass mir beim Lesen das eine oder andere Mal eine Träne über die Wange gerollt ist. Die Themen sind so unterschiedlich, und zu allen fand ich Sugars Antworten bereichernd. Absolute Empfehlung!

„Ein anderes Brooklyn“ von Jacqueline Woodson

Dieses Buch über die junge August in Brooklyn habe ich an einem Nachmittag geradezu verschlungen und wünschte, es wäre noch viel länger gegangen. Trotzdem war es eine perfekte Lektüre – intensiv, sprachlich beeindruckend, aufwühlend und intelligent. Ein literarisches Meisterwerk. Meine Rezension zu diesem Roman findest du hier.

„Die Mütter“ von Brit Bennett

Dieses Buch hat sich angefühlt, wie sich an einem regnerischen Nachmittag unter die Bettdecke kuscheln und alle Alltagspflichten beiseite legen: Ich war ab der ersten Seite so vertieft in die Geschichte von Nadia, die ungewollt schwanger wird, dass mich ihr Schicksal lange gedanklich begleitet hat. Der Schreibstil ist unfassbar angenehm zu lesen; ein bisschen wirkt dieses Buch wie ein Young Adult-Roman, doch dabei ruht sich die Autorin erfrischenderweise auf keinerlei Klischees aus und beeindruckte mich mit vielen klugen Gedanken. Meine Rezension zu diesem Roman findest du hier.

„Das achte Leben (für Brilka)“ von Nino Haratischwili

Was für eine Wucht! Während ich erstmal gezögert habe, mich auf ein so langes Buch einzulassen, wurde ich während der Lektüre absolut belohnt: Dieser Roman ist eine turbulente Achterbahnfahrt, die sich über mehrere Generationen einer georgischen Familie erstreckt und die Schicksale der Charaktere auf unglaublich ergreifende, realistische und spannende Weise erzählt. Herausragende Literatur! Meine Rezension zu diesem Roman findest du hier.

„Loyalitäten“ von Delphine de Vigan

Mit ihrer deutlichen, perfekt sitzenden Sprache hat mich auch Delphine de Vigan zum wiederholten Mal beeindruckt. In „Loyalitäten“ geht es um verschiedene Arten von Abhängigkeit – von Personen sowie auch bestimmten Zwängen, die wir uns selbst auferlegen. Packend und aufwühlend entfaltet sich in diesem Buch die Geschichte der Charaktere, bis sich alles auf großartige Weise zuspitzt. Meine Rezension zu diesem Roman findest du hier.

„Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Dieser Roman ist zutiefst traurig und melancholisch. Dennoch ist er von so einer Schönheit geprägt, die wohl auf den Schreibstil und die vielseitigen, interessanten Charaktere zurückzuführen ist. Es war mein erstes Buch von Benedict Wells und ich kann es gar nicht abwarten, noch mehr von diesem grandiosen Autor zu lesen. Meine Rezension zu diesem Roman findest du hier.

Was waren deine Lese-Highlights im Jahr 2018? Lass es mich doch gerne in den Kommentaren wissen. Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins Jahr 2019!

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