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„I’ll Give You the Sun“ von Jandy Nelson

„At first, Jude and her twin brother Noah, are inseparable. Noah draws constantly and is falling in love with the charismatic boy next door, while daredevil Jude wears red-red lipstick, cliff-dives, and does all the talking for both of them. Years later, they are barely speaking. Something has happened to change the twins in different yet equally devastating ways . . . but then Jude meets an intriguing, irresistible boy and a mysterious new mentor. The early years are Noah’s to tell; the later years are Jude’s. But they each have only half the story, and if they can only find their way back to one another, they’ll have a chance to remake their world.“

Ich bin mit den allerhöchsten Erwartungen in diese Geschichte eingestiegen. Meine Hoffnung: So richtig in einem Buch versinken, lachen, weinen und mich am Ende fühlen, als wäre ich von einer langen Reise zurückgekehrt. Und genau das habe ich von Jandy Nelsons I’ll Give You the Sun auch bekommen.

Manchmal steht mir der Sinn nach einer Young-Adult-Lektüre, die mich garantiert unterhält und ein zuverlässiges happy end bereithält. Dabei besteht jedoch die Gefahr, eine seichte Geschichte serviert zu bekommen, die mich gleichgültig zurücklässt. Dieses Buch war die perfekte Mischung aus einem zugänglichen Schreibstil und Emotionen, die auf mehreren Ebenen berühren. Es geht um Liebe, Verlust, Identität, Familie und die Aufgabe, zu sich selbst stehen zu können. Die Geschichte wird aus den wechselnden Perspektiven der Zwillinge Noah und Jude erzählt, wobei ich den Großteil der Geschichte Noahs Perspektive deutlich lieber gelesen habe (und ihn allgemein als Figur mehr ins Herz geschlossen habe). Allerdings hat mir sehr gefallen, wie fehlerbehaftet beide sind und wie menschlich und realistisch Jandy Nelson ihre Figuren ausgearbeitet hat. Dadurch las sich das Buch beinahe, als hätte ich es als Film gesehen.

„People die, I think, but your relationship with them doesn’t. It continues and is ever-changing.“

Kunst spielt in diesem Buch eine recht vordergründige Rolle. Noah zeichnet und Jude erschafft Skulpturen. Die Geschwister haben beide eine eigene Art und Weise, ihre Gefühle künstlerisch auszudrücken und Erlebnisse zu verarbeiten. Für meinen Geschmack war mir der Bezug zur Kunst ein bisschen zu hoch, da ich mich darin nicht sonderlich wiederfinden konnte und sich manche Szenen für mich dadurch etwas zogen. Doch vor allem am Ende nahm die Geschichte an Fahrt auf, drückte auf die Tränendrüsen und entfachte ein Panorama an Emotionen, die sich beim Lesen fast schon kathartisch anfühlten. I’ll Give You the Sun ist eine kluge, herzzerbrechende und zugleich herzerwärmende Lektüre, die viel mit mir gemacht hat. Große Leseempfehlung!

„I love you,“ I say to him, only it comes out, „Hey.“
„So damn much,“ he says back, only it comes out, „Dude.“
He still won’t meet my eyes.

Jandy Nelson: I’ll Give You the Sun. Walker Books. ISBN: 9781406326499. 428 Seiten. 10,50€.

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