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Frauen in der literarischen Übersetzung #WITmonth

Im August findet der jährliche Women in Translation Month statt, dessen Ziel es ist, Frauen und weibliche Autor*innen in der literarischen Übersetzung besonders zu würdigen. Hintergrund ist dabei, dass im Laufe der Geschichte deutlich mehr Werke männlicher Autoren übersetzt wurden als weiblicher. Somit soll ein besonderer Fokus darauf gelegt werden, dass auch Frauen verdammt gute Literatur schaffen und mindestens genauso viel Raum in der literarischen Welt einnehmen sollten. Im Rahmen dieses Monats habe ich sechs Buchtipps für euch, die alle von Frauen geschrieben und mit der Ausnahme von einem Buch (Die Mütter) auch von Frauen ins Deutsche übersetzt wurden.

Herrlichkeit von Margaret Mazzantini

Diesen Roman habe ich vor vielen Jahren gelesen und er ist mir bis heute als einer der sprachlich eindrucksstarksten in Erinnerung geblieben, die ich zu dem Zeitpunkt möglicherweise jemals gelesen hatte. Margaret Mazzantinis Roman handelt von zwei Männern, die sich ineinander verlieben und mit starken Widrigkeiten zu kämpfen haben. Die Sprache ist wahnsinnig literarisch und wunderbar poetisch. Da musste eine verdammt gute Übersetzerin am Werk gewesen sein, nämlich Karin Krieger (aus dem Italienischen).

Erinnerung eines Mädchens von Annie Ernaux

Mit Annie Ernaux war es sofortige Liebe. Ich hätte nicht erwartet, dass mich ihr Memoir Erinnerung eines Mädchens sprachlich und inhaltlich so umhauen könnte. Das Buch ist tiefgehend und intelligent, Ernaux eine beeindruckend reflektierte Frau, die ihre Gefühle und Gedanken in schöne und vor allem treffende Worte zu packen weiß. Eine ausführliche Rezension findet ihr hier. Die Übersetzerin aus dem Französischen war Sonja Finck.

Böses Mädchen von Amélie Nothomb

Dieses Buch steht stellvertretend für alle Bücher von Amélie Nothomb, die ich bisher gelesen habe. Bissig, witzig und klug fand ich alles, was ich von dieser Frau kenne und Böses Mädchen war mein erster Roman von ihr. Der Schreibstil ist einmalig und einen großen Anteil daran hat die tolle Übersetzerin Brigitte Große, die Nothombs Bücher aus dem Französischen übersetzt.

Frau im Dunkeln von Elena Ferrante

Frau im Dunkeln ist der einzige Roman von Elena Ferrante, den ich bisher gelesen habe, und zufälligerweise ist es genau der, der nicht von Karin Krieger übersetzt wurde, sondern von Anja Nattefort. Die allein lebende Mutter zweier erwachsener Töchter beobachtet eine Familie am Strand, doch plötzlich verdüstert sich das Idyll. Ehrlich und pointiert bekommt man als Leser*in einen Einblick darin, was es heißt, Mutter zu sein. Hier geht es zu meiner Rezension. Ich muss unbedingt mehr von Ferrante lesen und bin gespannt, ob mir ein Unterschied bei der Übersetzung auffällt.

Die Mütter von Brit Bennett

Die Mütter ist eins meiner liebsten Bücher der letzten Jahre und wurde von Robin Detje aus dem amerikanischen Englisch übersetzt. Es geht um Nadia, die im Alter von siebzehn Jahren ungewollt schwanger wird. Zudem hat sie ihre Mutter verloren und versucht, in einer Welt voller Rückschläge als junge, schwarze Frau ihren Weg zu finden. Die Protagonistin ist absolut großartig und ich kann dieses Buch aus vollster Überzeugung empfehlen. Meine vollständige Rezension findet ihr hier.

Du sagst es von Connie Palmen

Im Rahmen eines Seminars an der Uni las ich dieses Jahr Connie Palmens Du sagst es. In diesem autofiktiven Roman geht es um die Ehe zwischen Sylvia Plath und Ted Hughes, doch das Besondere dabei ist: Connie Palmen erzählt aus der Sicht von Ted Hughes, als wäre es eine Autobiographie. Das Buch ist vielschichtig und lädt zu einem Diskurs darüber ein, was Fiktion eigentlich darf und wessen Sicht wir berechtigt sind zu erzählen. Mich hat das Buch sehr berührt. Übersetzt wurde es aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers und hier geht es zu meiner Rezension.


Kennt ihr vielleicht schon eins der Bücher? Und welches Buch aus einer anderen Sprache, das von einer Frau geschrieben wurde (und bestenfalls auch übersetzt) fällt euch ein?

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