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„Die zehn Lieben des Nishino“ von Hiromi Kawakami

„Nishino ist der perfekte Liebhaber, der die geheimen Wünsche jeder Frau errät. Warum hat keine seiner Lieben Bestand? Es beginnt schon in der Schule. Warum ist die Welt so unendlich? fragt Nishino seine Freundin, um sie gleich mit der nächsten zu betrügen. Ein Mädchen spricht ihn auf der Straße an und will sofort Sex mit ihm. Seine Chefin hat sich geschworen, nichts mit ihm anzufangen, bis er sie aus heiterem Himmel verführt. In seinen Fünfzigern möchte er zusammen mit einer jungen Geliebten sterben, doch so weit will sie nicht mit ihm gehen. „Die zehn Lieben von Nishino“ erzählt nicht nur von diesen zehn Beziehungen, sondern – poetisch und genau – vom Verhältnis zwischen Mann und Frau.“

Nishino ist ein richtiger Casanova: Auf den ersten Blick besitzt er alles, was sich Frauen wünschen. Doch mit der Zeit scheint der Zauber bei allen schnell wieder zu schwinden und Nishino wird verlassen. Dieses Muster zeichnet sich in zehn kurzen Geschichten ab.

Ich habe festgestellt, dass ich Bücher japanischer Autoren mag. Ich mag den zurückhaltenden, leicht poetischen Schreibstil, die vorsichtigen und dabei klugen Formulierungen. Auch eine gewisse Nachdenklichkeit und Melancholie scheinen in japanischer Literatur oft wiederkehrend zu sein. Während ich beim Lesen der ersten Geschichten begeistert war von der erfrischenden Idee, nutzte sich das Muster für mich leider mit jeder Geschichte etwas ab.

Darüber hinaus sind die Charaktere für meinen Geschmack in diesem Buch etwas zu distanziert und einseitig geblieben. Das lag wohl daran, dass es sich bei den kurzen Geschichten eher um Fragmente handelt, aus dem Leben gerissene Beobachtungen und Momentaufnahmen. Diese Tatsache machte die Lektüre von „Die zehn Lieben des Nishino“ kurzweilig, doch dadurch mit der Zeit eben auch leicht monoton. Dennoch eine angenehm geschriebene, kurze Lektüre!

Der Hanser Verlag hat mir netterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung zu dem Buch beeinflusst das natürlich nicht.

Hiromi Kawakami: Die zehn Lieben des Nishino. Hanser Verlag. ISBN: 9783446261693. 192 Seiten. 20,00€.

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2 Comments on “„Die zehn Lieben des Nishino“ von Hiromi Kawakami

Tina
Juli 3, 2019 um 4:57 pm

Hallo Monika!

Ich habe ähnlich empfunden wie du, als ich dieses Buch gelesen habe. Die jeweiligen Geschichten waren toll, allerdings fand ich die Distanziertheit der Charaktere richtig erschreckend. Mittlerweile habe ich meine Liebe zur japanischen Literatur entdeckt und würde sooo gerne die Originale lesen können, um zu schauen, ob die Unaufgeregheit, das Ruhige, sich auch im Original so anfühlen. <3

Ganz liebe Grüße
Tina

Antworten
buchundwort
Juli 4, 2019 um 3:19 pm

Hey Tina,

oh ja, die Bücher auf Japanisch zu verstehen wäre richtig toll! Interessant, dass es dir bei „Nishino“ so ging wie mir. 🙂 Hast du denn einen japanischen Autor, dessen Bücher du am allerliebsten liest?

Liebe Grüße
Moni

Antworten

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