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„Die Mütter“ von Brit Bennett

„‚Die Mütter‘, so nennen sich die alten Frauen in der kleinen kalifornischen Gemeinde Oceanside. Sie sind Zeugen des Skandals, mit dem dieser Roman beginnt. Ein Skandal ist es, wenigstens aus ihrer Perspektive: Dass Nadia Turner, deren Mutter sich das Leben genommen hat, mit Luke, dem Sohn des Pastors … Dass Nadia Turner ein Baby bekommt … Oder vielmehr beschließt, es nicht zu bekommen. Und das ist erst der Anfang der Geschichte, der Anfang einer Geschichte voller Zuneigung und Komplikationen. 
[…] Brit Bennett fragt nach dem, was uns hält und was uns bindet, mit allem Respekt und der nötigen Respektlosigkeit. Und sie erzählt von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht in einer Gelassenheit, die staunen macht: ein lebenskluger Roman über das Amerika von heute und das Amerika von morgen.“

Mal abgesehen davon, dass der Buchumschlag wunderschön ist, wusste ich überhaupt nicht, was mich mit diesem Buch erwarten würde. Ich begann zu lesen – und konnte mich von der Geschichte nicht mehr losreißen.

Der Roman beginnt mit Nadia, deren Mutter sich umgebracht hat und die Trost findet in der Nähe zum Sohn des Pastors, Luke. Nadias Vater ist nach dem Suizid seiner Frau eher eine leere Hülle seiner Selbst und bekommt gar nicht mit, dass Nadia schwanger wird und das Kind abtreibt. Mehr möchte ich über die Handlung hier auch nicht verraten – ich habe auch bewusst einen Absatz aus dem Einleitungstext rausgelöscht, da der Klappentext meines Erachtens zu viel verrät.

Die Protagonistin Nadia hat mir wahnsinnig gut gefallen. Brit Bennett hat eine komplexe Charakterin erschaffen, die Fehler begeht, unumkehrbare Fehler, aber trotzdem die volle Sympathie des Lesers hat. Alles, was sie tut, ist so menschlich und fühlt sich so authentisch an, dass ich mich persönlich teilweise sehr in ihr wiedergefunden habe. Auch die anderen Charaktere, so wie ihre Geschichten und Handlungsstränge, sind spannend und vielschichtig. Die Beschreibungen von Freundschaft, von Reue und von Begehren wurden von der Autorin so treffend beschrieben, dass ich die Sätze richtig ausgekostet habe.

In diesem Roman ist keine Seite zu viel. Gebannt habe ich weitergelesen, mitgefiebert, bin komplett eingetaucht in Nadias Welt und es war richtig schmerzvoll, sich von diesem Buch trennen zu müssen. Das Ende war zwar sehr realistisch, hat aber trotzdem eine gewisse Nostalgie bei mir hinterlassen, da ich gerne noch viel mehr über Nadia gelesen hätte. Letztendlich soll ein Buch genau das bewirken.

Der Rowohlt Verlag hat mir netterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung zu dem Buch beeinflusst das natürlich nicht.

Brit Bennett: Die Mütter. Rowohlt Verlag. ISBN: 978-3498006839. 320 Seiten. 20,00€.

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Literaturreich

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