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„Der Ernährungskompass“ von Bas Kast & meine Ernährung

„Als der Wissenschaftsjournalist Bas Kast gerade 40-jährig mit Schmerzen in der Brust zusammenbrach, stellte sich ihm eine existenzielle Frage: Hatte er mit Junkfood seine Gesundheit ruiniert? Er nahm sich vor, seine Ernährung radikal umzustellen, um sich selbst zu heilen. Doch was ist wirklich gesund? Eine mehrjährige Entdeckungsreise in die aktuelle Alters- und Ernährungsforschung begann. Was essen besonders langlebige Völker? Wie nimmt man effizient ab? Lassen sich typische Altersleiden vermeiden? Kann man sich mit bestimmten Nahrungsmitteln „jung essen“? Vieles, was wir für gesunde Ernährung halten, kann uns sogar schaden. Aus Tausenden sich zum Teil widersprechenden Studien filtert Bas Kast die wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über eine wirklich gesunde Kost heraus.“

Das Thema Ernährung beschäftigt mich seit einer Weile. Seit mittlerweile über sieben Jahren bin ich Vegetarierin, verzichte auf Fleisch und Fisch und vermisse sie auch nicht in meinem Essen. Nachdem mein Freund und ich auf das Buch „How not to die“ von Dr. Michael Greger aufmerksam geworden sind, veränderte sich jedoch nochmal einiges. Wir waren beide aus verschieden Gründen nicht hundertprozentig zufrieden mit unserer bisherigen Ernährung, und da kam Dr. Gregers Buch zu einem gelegenen Zeitpunkt. Es war ein bisschen unser Einstieg, uns so richtig damit auseinanderzusetzen, was wir tagtäglich zu uns nehmen.

„How not to die“ ist ein amerikanisches Buch und bestätigt anhand etlicher Studien, dass eine „whole food, plant-based“-Ernährung die beste und die richtige sei. Dr. Greger stellt darin vor, wie wir Menschen uns ernähren sollten, wenn wir allen gesundheitlichen Regeln strikt folgen würden (Stichwort: vegan). Dazu veröffentlichte er ein Kochbuch mit Rezepten, die diesem Ernährungsprinzip folgen. Wir haben es uns gekauft, das eine oder andere Rezept ausprobiert und es letztendlich ins Bücherregal gestellt, wo es seitdem geblieben ist.

Der Knackpunkt ist: Regeln an die man sich halten sollte. Tun wir aber nicht. Mein Freund und ich waren nach dem Lesen beide extrem motiviert, unser Leben umzukrempeln und komplett auf tierische Produkte zu verzichten. Die guten Absichten waren da. Aber letztendlich benutzen wir trotzdem Salz beim Kochen, greifen nicht immer zu den veganen Produkten im Supermarkt und ich persönlich kaufe trotzdem noch Parmesan, den ich über meine Nudeln streue. Genauso wie die Käsewürfel im Nudelsalat nie fehlen und eine Pizza manchmal einfach sein muss. Zwei Dinge frustrieren mich mittlerweile ein bisschen an Dr. Gregers Ansatz:

  • Seine Ernährungsvorschläge sind für unseren Alltag nicht realistisch. Ich bewundere Menschen, die in der Lage sind, eine komplett ausgewogene vegane Ernährung aufrechtzuerhalten, wirklich. Aber nach längeren Bemühungen hat es mich frustriert und demotiviert, seine Regeln zu befolgen. Ich habe sie als eine Einschränkung wahrgenommen, die Rezepte im Kochbuch wirken oft unfassbar aufwendig und manche Produkte haben wir einfach so nicht in unseren Supermärkten.
  • Was mich auch schon zu dem Punkt führt, dass „How not to die“ auf den amerikanischen Markt ausgerichtet ist. Die Studien fokussieren sich stark auf die USA. Natürlich gelten Gesundheitsregeln für alle Menschen, trotzdem ist mir persönlich der Lebensmittelkonsum in den Vereinigten Staaten eher fremd.

Neulich bin ich also auf Bas Kasts „Der Ernährungskompass“ aufmerksam geworden. Zurzeit scheint das Buch sehr aktuell zu sein und es hat mich angesprochen, dass es eine Zusammenführung aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung zu sein, verspricht. Ich habe angefangen zu lesen, ohne Erwartungen, und bin einfach nicht mehr losgekommen. Abgesehen davon, dass sich das Buch so gut liest wie ein spannender Roman, bin ich begeistert von dem Ratgeber. Ich habe das Gefühl, endlich so viel mehr über Ernährung verstanden zu haben und ein Buch gefunden zu haben, nach dem ich mich richten kann. Bas Kast stellt nicht eine bestimmte Ernährung vor, an die wir uns halten sollten, sondern erklärt verschiedene Möglichkeiten, gesund zu leben. Dabei geht er spezifisch darauf ein, dass jeder Körper anders ist und unterschiedliches verträgt. Im Endeffekt sind seine Schlüsse nicht so viel anders als die von Dr. Greger, wenn auch nicht ganz so strikt. Wenn es darum geht, „echtes“ Essen zu essen, selbst frisch zu kochen und keine verarbeiteten Produkte zu verwenden, sind wir uns alle einig. Bas Kast betont auch, dass eine vegane Ernährung sehr gesund sein kann. Er schreibt unvoreingenommen und stellt dem Leser verschiedene Möglichkeiten vor, zum Beispiel auch in Bezug auf die Frage, zu welcher Tageszeit man was am besten essen sollte.

Zudem fand ich es persönlich interessant, dass es auch um Gewichtsabnahme ging. Mein Freund und ich essen fast täglich Kichererbsen in irgendeiner Form, viel Gemüse, Obst, und kochen fast ausschließlich frisch und mit vielen Gewürzen. Daran wird sich in Zukunft wahrscheinlich auch nicht viel ändern, aber ich habe jetzt ein besseres Verständnis davon, welche Effekte bestimmte Ernährungsformen auf den Körper haben und warum. Das Gefühl, einen klareren Weg zu haben und nicht mehr allzu „ziellos vegetarisch“ zu essen, hat mir dieses Buch vermitteln können. Ich bin absolut begeistert und würde es jedem ans Herz legen, der sich mit seiner eigenen Gesundheit befassen möchte.

Der Random House Verlag hat mir netterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung zu dem Buch beeinflusst das natürlich nicht.

Bas Kast: Der Ernährungskompass: Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung. Random House Verlag. ISBN: 978-3-570-10319-7. 320 Seiten. 20,00€.

2 Comments on “„Der Ernährungskompass“ von Bas Kast & meine Ernährung

isabel
Oktober 13, 2018 um 8:28 am

Liebe Moni,
Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Bubla18! Dadurch habe ich Deinen Blog entdeckt.
Das was Du zum „Ernährungskompass“ schreibst, kann ich nur so bestätige. Ging mir auch so. Mein Mann und ich haben sich auch mit der sog. „Chinastudy“ auseinandergesetzt, die wahrscheinlich genau das bestätigt, was Dr. Gregers beschreibt. Uns ging es auch so, dass wir das Gefühl hatten zu sehr „eingeschränkt“ zu sein. „Softe Faktoren“ wie Genuss spielen bei der Gesundheit ja auch eine Rolle ;).
Deinen Artikel über das Aufwachsen mit Büchern bei den Grosseltern finde ich ebenfalls sehr gelungen. Ich mag die Fotos, man „fühlt“ sich gleich wohl.
Liebe Grüsse
Isabel

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buchundwort
Oktober 14, 2018 um 2:18 pm

Liebe Isabel,
vielen Dank für die lieben Worte! Spannend zu lesen, dass es dir und deinem Mann da ähnlich erging. Es ist ja auch gar nicht so leicht, inmitten dieser ganzen Informationen zu dem Thema eine eigene „Wahrheit“ zu finden.
Alles Gute und liebe Grüße
Moni

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