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Bloggen vs. Instagram

Dieser Blog ist ein Herzensprojekt. Doch seit ich im Frühjahr 2018 damit angefangen habe, auf Buch & Wort regelmäßig über Bücher zu schreiben, hat sich einiges verändert – und ehrlichweise haben sich diese Veränderungen auf meine Motivation ausgewirkt. Doch fangen wir von vorne an.

Während für mich dieser Blog eine ganze Weile an erster Stelle stand, war Instagram lediglich eine Möglichkeit, meine Inhalte zu verbreiten und neue Leser:innen zu gewinnen. Das hat sich gewandelt. Anstatt Fotos mit meiner Digitalkamera zu machen, sie am Laptop zu bearbeiten und anschließend an mein Handy zu schicken, um sie auf Instagram hochzuladen, so wie zuvor, knipse ich nun Fotos mit dem Handy und nutze diese auch für meine Blogbeiträge. Ich bin häufiger auf Instagram aktiv, als dass ich hier Beiträge veröffentliche, und das liegt an folgenden Faktoren: 1) Die Beiträge auf Instagram können unfertige Fragmente sein, müssen keine elaborierten Beschreibungen enthalten und können aus einem Schnappschuss vom Sofa bestehen, den ich schnell in einer Story hochlade. 2) Die gesamte Interaktion findet auf Instagram statt – andere können auf Beiträge reagieren, es lässt sich ein Gespräch anfangen. Und das macht Spaß! Das Bloggen wiederum fühlt sich zunehmend an, wie das Hineinsprechen in einen leeren Raum. Und dafür nimmt das Ganze ziemlich viel Zeit in Anspruch.

Diese Entwicklung stellt mich vor zwei Probleme:

1. Ich habe einen Vollständigkeitsdrang.

Ich bin ein Mensch, der gerne nach dem Prinzip „ganz oder gar nicht“ geht. Wenn ich mir die Mühe mache, ein Buch zu rezensieren, fühlt es sich komisch an, wenn der Blog nicht all meine gelesenen Bücher repräsentiert. Das Problem ist nur, dass ich das Gefühl habe, mich in Beiträgen mittlerweile zu wiederholen und mit der Qualität meiner Texte selber nicht immer hundertprozentig zufrieden bin, da ich zu manchen Büchern einfach nicht viel zu sagen habe, mich bisher aber trotzdem dazu zwinge.

2. Ich habe kaum Zeit.

Seit fast 3 Jahren habe ich auf diesem Blog beinahe jedes Buch besprochen, das ich in diesem Zeitraum gelesen habe. Und ehrlich gesagt, setze ich mich damit mehr unter Druck, als dass es mir noch Freude bereitet. Ich komme nicht hinterher, so viele Bücher zu lesen, wie ich gerne hätte, und zu jedem dieser Bücher einen Text zu schreiben, mit dem ich zufrieden bin, das Buch fotografisch in Szene zu setzen, zu bearbeiten und dann auf Instagram zu veröffentlichen. Neben Uni und Arbeit fühlt sich Buch & Wort immer öfter an wie ein weiterer Punkt auf meiner To-Do-Liste, anstatt ein Herzensprojekt in meiner Freizeit. Ich frage mich manchmal, wo genau die Grenze verläuft zwischen Hobby und Arbeit. Immerhin durchlaufen auch Hobbys unterschiedliche Phasen, können auch mit Aufwand einhergehen. Doch ab welchem Punkt läuft man Gefahr, sein Hobby zu einer weiteren Tätigkeit zu machen, bei der man das Gefühl hat, abliefern zu müssen? Widerspricht das nicht der Bedeutung eines Hobbys?

Es ist total schön, mit diesem Blog etwas ganz Eigenes zu haben, etwas, das nach außen hin wie eine digitale Visitenkarte funktioniert und mich mit meiner Leidenschaft für Literaturvermittlung öffentlich präsent macht. Wer Buch & Wort besucht, hat nicht nur schnell einen Einblick, wie mein Bücherregal aussieht, sondern auch wie ich schreibe, denke und was mich interessiert. Für diesen Blog, der inzwischen das Produkt jahrelanger und konsequenter Arbeit ist, habe ich 2018 den Buchblog Award gewonnen und das macht mich immer noch ziemlich stolz. Das kann ich nicht einfach so aufgeben.

Diese Gedanken treiben mich also um. Nachdem ich in den letzten Tagen etwas Ruhe hatte, kam mir eine Idee, wie es hier weitergehen kann. Und schon war die Vorfreude wieder da.

Ich werde weiterhin auf Buch & Wort bloggen, jedoch etwas anders. Zukünftig möchte ich:

  • am Ende jedes Monats einen Monatsrückblick veröffentlichen, in dem ich ein bisschen von meinem Monat erzähle und die darin gelesenen Lektüren kurz vorstelle. So fühle ich mich nicht verpflichtet, jedem Buch eine einzelne Rezension zu widmen und kann trotzdem die Vollständigkeit bewahren.
  • einmal im Monat meine To-Be-Read Serie fortführen, in der ich jeweils 10 Bücher vorstelle, die noch ungelesen bei mir im Regal stehen. Diese Serie macht mir Spaß und erinnert mich daran, auf welche Schätze ich mich noch freuen kann.
  • Rezensionsexemplare und Bücher, die bei mir starken Gesprächsbedarf auslösen, weiterhin in Form von Rezensionen besprechen. Ich nehme an, dass es vielleicht 1-2 Bücher pro Monat werden, die ich ausführlicher bespreche – allerdings ganz ohne Zwang.
  • ab und an, wenn mir danach ist, auch wieder andere Formate aufgreifen. Sobald wir die Pandemie überstanden haben, möchte ich wieder Buchstädte vorstellen, allgemein thematische Bücherlisten zusammenstellen, über Hörbücher schreiben und vielleicht sogar mal andere Personen zu Wort kommen lassen. Die Möglichkeiten sind endlos – und Inspiration kann schließlich hinter jeder Ecke lauern.

Zugegeben, nach einer weltbewegenden Veränderung klingt das vielleicht nicht. Doch mir nehmen diese Ideen den Druck, einem Versprechen gerecht werden zu wollen, das ich nicht mehr halten kann. Ich möchte voll und ganz hinter allem stehen, was ich hier mit euch teile, und das scheint mir der richtige Weg zu sein. Ich wünsche euch ein tolles Jahr 2021 mit vielen wunderbaren Buchentdeckungen und Lesestunden. Wir lesen uns ganz bald!

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