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Monatsrückblick April 2021

Der April fing schön an und wurde danach sehr, sehr traurig. Nachdem ich die Osterfeiertage in vollen Zügen genießen konnte und wenig später in eine Urlaubswoche startete, verabschiedete sich einer der für mich wichtigsten Menschen vom Leben. Unerwarteterweise verbrachte ich also 10 Tage bei meiner Familie in Warschau, die ich zuletzt vor über 8 Monaten gesehen hatte und dachte, aufgrund der aktuellen Umstände erst im Sommer oder Herbst wieder besuchen zu können.

Was mir diesen Monat Freude bereitet hat: Der Spotify-Podcast Nur verheiratet von Hazel Brugger und Thomas Spitzer, das Videospiel It takes two, das ich mit meinem Freund zusammen spiele und die Band Provinz, deren Songs Diego Maradona und Hymne gegen euch definitiv zu meinen Monatsfavoriten zählen. Ich habe im April auch gerne gearbeitet, weil mir meine Aufgaben Spaß bereiten und die Zeit mit meiner Familie und meinem Freund ausgekostet. Es tat auch gut, mir ein paar neue Wunschbücher zu kaufen (Trick Mirror, Severance) und aufregende Rezensionsexemplare zu erhalten (Mein Mann, Fang den Hasen). Zudem hat mein letztes Uni-Semester begonnen und ich freue mich, im Laufe der nächsten Monate etwas über „Gender in Contemporary British Fiction“ und „Mindful Leadership für Literaturmanager:innen“ zu lernen. Diese Bücher haben mich im April begleitet:

Hinzugekommene Bücher: 6

Gelesene Bücher: 5

Alef von Katharina Höftmann Ciobotaru*

Alef hat mich absolut umgehauen. Es geht um die Liebesgeschichte zwischen Maja, einer junge Frau, die in der DDR aufwuchs, und dem Israeli Eitan. Um zwei Welten, die aufeinanderprallen. Es geht darum, was die Liebe bereit ist zu überwinden, und was nicht. Es geht um Herkunft, Zugehörigkeit und Glaube. Dieses Buch ist eine absolute Wucht und hat mich auf eine Art und Weise mit Themen konfrontiert, die für mich völlig neu war. Ich bin mir sicher, dass ich noch lange darüber nachdenken werde und wünschte, ich könnte es noch mal zum ersten Mal lesen. Ich habe alles daran geliebt. Definitiv jetzt schon eins meiner Jahreshighlights! Hier geht es zu meiner ausführlichen Rezension.

Die Welt ist böse! von Julian Hannes (Hörbuch)

Ein kurzes Buch über ein paar True-Crime-Fälle, das mich hauptsächlich beim Putzen begleitet hat. Die Fälle waren spannend, unterhaltsam und ich habe gerne zugehört. Mehr ist allerdings nicht hängengeblieben.

Fake von Frank Rudkoffsky

Dieses Buch war richtig gut. Und beängstigend. Sophia und Jan wollen Karriere und eine Weltreise machen – und bekommen stattdessen ein Kind. Was diese neue Lebenssituation mit ihnen macht, wird schnell deutlich: Sie kommen nicht zurecht, sind unzufrieden, reden nicht offen miteinander, verbauen sich Chancen und haben das Gefühl, in jeglicher Hinsicht festzustecken. Beide finden unabhängig voneinander Zuflucht in den Tiefen des Internets – und insbesondere darin, sich als andere Menschen auszugeben, Hass zu verbreiten und Grenzen auszutesten. Fake ist ein spannender, vielschichtiger Roman. Ich bin gespannt auf weitere Bücher von Frank Rudkoffsky!

Sex und Lügen von Leila Slimani*

Leila Slimani, die mich einst schon mit ihrem erfolgreichen Roman Dann schlaf auch du überzeugt hat, hat mich auch mit diesem Buch sehr bereichert. Sex und Lügen ist eine Sammlung von Gesprächen mit marokkanischen Frauen über Sex und Sexualität im konservativen, muslimischen Marokko. Dieses Buch war so ein Augenöffner! Einfach unfassbar, was heutzutage auf dieser Welt passiert, und das nicht mal wenige Flugstunden von uns entfernt. Ich selbst war vor wenigen Jahren in Marokko und fand es nun sehr spannend, dank dieses Buches nachträglich einen tieferen Einblick in die dortige Mentalität zu bekommen. Allgemein ist Leila Slimanis Sex und Lügen ein Buch, das viel zum Feminismus-Diskurs beiträgt und neue Blickwinkel eröffnet. Große Empfehlung!

Mein Mann von Rumena Bužarovska*

Ich wusste vor der Lektüre nicht viel über Mein Mann, außer, dass die Autorin aus Mazedonien stammt und es sich um Kurzgeschichten – und dabei in irgendeiner Weise von Frauen und ihren Männern handele. Schon ab der ersten Seite war ich überzeugt: Diese Geschichten sind rasant, schlau, süchtigmachend. Am liebsten hätte ich noch viel mehr davon gelesen. Es geht um Frauen und ihre Männer, die sie auf irgendeine Weise abstoßend finden, sie demütigen, unfair behandeln, hintergehen. Keine Wohlfühllektüre – aber eine, die zum Nachdenken bewegt, auf Missstände hinweist und bis zur letzten Seite mitreißt.


Was habt ihr im April gelesen?

*Bei den gekennzeichneten Büchern handelt es sich um Rezensionsexemplare.

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